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Rechtliche Rahmenbedingungen

Die rechtlichen Rahmenbedingungen zum Transport von Kindern in Kinderfahrradanhängern und Lastenfahrrädern finden sich in der
Straßenverkehrsordnung
(StVO 1960) und in der Fahrradverordnung

Mit der Fahrradverordnung, die seit 1.5.2001 gilt, traten einige teilweise kuriose Ausrüstungsbestimmungen für Fahrrad und Anhänger in Kraft.

Die wichtigsten Punkte kurz zusammengefasst:


  1. Kindersitze dürfen nur mehr hinter dem Sattel montiert werden
  2. Anhänger müssen einige technische Anforderungen erfüllen:


    • Eine vom Fahrrad unabhängige (!) Lichtanlage
    • Ein oder ab einer Breite von 60cm zwei rote Rücklichter
    • Ein oder ab einer Breite vom 60cm zwei rote Rückstrahler hinten und zwei weisse Rückstrahler vorne
    • Gelbe Seitenreflektoren
    • Ein Wimpel, mindestens 1.5m hoch
    • Gurten & geeignete Vorrichtungen, die das Berühren der Laufräder durch Kinder verhindert
    • Eine Radblockiereinrichtung oder Feststellbremse
    • Die Kupplung muss so ausgeführt sein, dass der Anhänger stehenbleibt, wenn das Zugfahrrad kippt

  3. Rennräder dürfen nicht zum Ziehen von Anhängern verwendet werden

Hier noch einige zusätzliche Anmerkungen zu den obigen Punkten:


  • Kindersitze: Damit sind Kindersitze in der Gegend des Lenkers ab sofort nicht mehr zulässig, was bedeutet, dass nicht mehr als ein Kind pro Fahrrad im Kindersitz transportiert werden darf.
  • Ausrüstungsbestimmungen: Bei den Ausrüstungsbestimmungen verbergen sich einige Seltsamkeiten. Dass vor allem Kinderanhänger mit Rücklichtern und einer anständigen Kupplung ausgestattet sein müssen ist durchaus sinnvoll, allerdings sind dieselben Bestimmungen bei Lastenanhängern wieder äusserst fragwürdig. Bei vielen niedrigen Lastenanhängern bleibt das Rücklicht des Fahrrades sichtbar, wozu hier ein weiteres Licht am Anhänger gefordert wird ist nicht ganz einzusehen. Ebenfalls schwer einzusehen ist, warum bei Lastenanhängern der Anhänger stehenbleiben muss, wenn das Fahrrad kippt. Dadurch dürften bewährte Einradanhänger wie z.B. der B.O.B. Yak, der an den Ausfallenden angekuppelt wird oder auch viele leichte Hochdeichselanhänger, die ebenfalls mit dem Fahrrad mitkippen, plötzlich nicht mehr verwendet werden.

Besonders seltsam ist die Bestimmung, dass Rennräder nicht zum Ziehen von Anhängern verwendet werden dürfen. Durch die Definition eines Rennrades (Felgen-Aussendurchmesser - nicht das gängige ETRTO-Mass! - mindestens 630mm, Felgenbreite maximal 23mm, Gewicht maximal 12kg sowie Rennlenker) fallen sowieso viele Räder nicht unter diese Bestimmung: Mountainbikes und Triathlon-Räder mit 571mm ETRTO-Felgendurchmesser sowieso nicht, und sobald ein Rennrad keinen Rennlenker sondern z.B. einen Triathlon-Lenker hat ist es offensichtlich auch kein Rennrad mehr (was die Verordnung unter einem Rennlenker versteht wird nirgends definiert).

Für den Transport von Kindern in Lastenfahrrädern , wie z.B. dem Kangaroo, gelten kurz zusammengefasst folgende Bestimmungen:

Die Straßenverkehrsordnung (StVO 1960) spricht grundsätzlich nicht gegen den Transport von Kindern auf Lastenfahrrädern. Zu beachten ist, dass ein eigener, der Größe des Kindes entsprechender Sitz vorhanden sein muss, wenn es noch nicht 8 Jahre alt ist. Bei Kindern ab 8 Jahren muss das Fahrrad den Produktsicherheitsbestimmungen für Fahrräder entsprechen, die zum Transport mehrerer Personen bestimmt sind. Ein Kind bis 12 Jahre, das auf einem Fahrrad transportiert wird, muss einen Fahrradhelm tragen.

Gemäß Fahrradverordnung muss ein Fahrrad, das für den Transport mehrerer Personen bestimmt ist, für jede Person mit einem eigenen Sitz, einer eigenen Haltevorrichtung und einem eigenen Pedal oder einer Abstützvorrichtung ausgerüstet sein.

Das Kangaroo hat für jedes Kind einen eigenen Sitz mit einer Haltevorrichtung in From eines Dreipunktgurtsstems. Die Kabine, in der die Kinder transportiert werden, ist einer Abstützvorrichtung jedenfalls gleichwertig. Es ist auch eine Lehne vorhanden, die das Abstützen des Kopfes erlaubt.

Die Gleichwertigkeitsklausel besagt, dass das, was in einem EU-Land zulässig ist und in Verkehr gebracht werden darf, in einem anderen EU-Land nicht pönalisiert werden darf. Die Lastenräder, in denen Kinder transportiert werden können, stammen oft aus anderen EU-Ländern, das Kangaroo aus Dänemark. Daher ist schon aufgrund der Gleichwertigkeitsklausel der Transport von Personen in derartigen Rädern zulässig.

Den vollständigen Text der Fahrradverordnung können Sie hier einsehen: Fahrradverordnung

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